Kindergarten: Die Suche nach dem richtigen Platz zum richtigen Zeitpunkt

Der Gratis-Kindergarten in Wien ist Fluch wie Segen zugleich. Die Plätze sind zwar kostenlos, aber dafür rar. Früh sollten sich Eltern daher mit dem Thema “Kindergarten” beschäftigen. Selbst wenn es noch absolut unvorstellbar ist, den kleinen Rabauken einmal „abgeben“ zu müssen. Oder dafür den richtigen Zeitpunkt zu kennen. So geschehen natürlich auch bei uns. Zusätzlich machten wir uns die Wahl des Kindergartens noch schwieriger, weil wir in diesem Jahr einen Umzug an das andere Ende der Stadt überlegten.

Meine Wunschvorstellung

Wie bei allen neuen Projekten definierte ich einen konservativen Zeitplan. Als Wunschtermin für den Start in das Kindergartenleben unseres Sohnes wählten wir gemeinsam sein reifes Alter von idealerweise 27 Lebensmonaten. Schließlich wollten wir Samuel solange wie möglich selbst betreuen. Außerdem sollte zu diesem Zeitpunkt – Anfang 2019 – auch bereits unser neues Zuhause gefunden sein. Für mich lag damit jede zu treffende Entscheidung zu diesem Thema in weiter Ferne. Selbst Geschichten von Kindergarten-Absagen befreundeter Eltern machten mich nicht nervös. Es war ja noch genug Zeit. Erst das sanfte Drängen meiner lieben Ehefrau, doch erste Erkundigungen einzuholen, ließ mich aktiv werden. Und gut wars!

Große Hürden

Die erste, schüchterne Kontaktaufnahme mit der zuständigen Stelle löste auch bei mir Unbehagen aus. Wir waren einfach spät dran. Einen Platz in unmittelbarer Wohnumgebung konnte uns schon gar nicht mehr zugesagt werden. Diesen zu bekommen, bedarf viel Glück. Und das ein gutes Jahr vor unserem angestrebten Starttermin von Samuels Kindergartenkarriere. Es musste der Familienrat tagen, Mut zur Entscheidung war gefragt: Entweder den Umzug bis zum Schuleintritt von Samuel verschieben und im aktuellen Bezirk einen Kindergartenplatz suchen oder diesen gleich am anderen Ende der Stadt fixieren – bevor der neue Wohnsitz noch gefunden war. Einen Wechsel der Einrichtung innerhalb Samuels Kindergartenkarriere wollten wir tunlichst vermeiden.

Die Bewerbung

Mutig starteten wir die Suche nach einem Kindergartenplatz in unserer – hoffentlich – neuen Wohnumgebung. Auf Empfehlung von Samuels Tante kristallisierte sich rasch ein Favorit heraus. Ihre Kinder waren allesamt dort gut betreut. In Rekordzeit besorgten wir die notwendige Kindergartennummer, füllten das geforderte Formular aus und suchten den direkten Kontakt. Wie bei einer Job-Bewerbung schrieb ich ein nettes Motivationsschreiben an unsere favorisierte Einrichtung, telefonierte konsequent (oder nervig) nach. Bis ich schließlich mit meiner Familie einen Termin für ein offizielles (Bewerbungs-)Gespräch erhielt. Alle drei warfen wir uns in Schale, stimmten unsere Antworten auf mögliche Fragen ab und sprachen bei der zuständigen Leiterin vor.

Der ideale Kindergarten

Schon in den ersten Minuten wussten wir, dass dieser Kindergarten der ideale Platz für Samuel wäre. Das gesamte Ambiente wirkte so familiär und vertraut. Die Leiterin sprach jedes der Kinder – und das waren unzählige – mit Vornamen an. Und sogar mein stets fremdelnder Sohn stürzte sich gleich auf seine Altersgenossen zu, um mit ihnen zu spielen. Als uns dann noch das gesamte Konzept vorgestellt wurde, waren für uns die Entscheidung endgültig gefallen. Aber eben nur für uns. Die Leiterin ließ sich nicht in die Karten blicken, verabschiedete uns freundlich, vertröstete uns auf einen Anruf in den nächsten Tagen. Wie bei einem Bewerbungsgespräch eben. Einzige Bedingung: Samuel müsste im September 2018 mit seiner Kindergartenkarriere starten – sechs Monate früher als von uns geplant und gewünscht.

Die Entscheidung

Der Starttermin ein halbes Jahr früher als gewünscht, der Kindergarten weit entfernt von unserer derzeitigen Wohnung – all diese Knock-Out-Kriterien wischten wir weg. Schließlich sahen wir unseren Sohn in dieser Einrichtung bestens aufgehoben. Und allein darum ging es uns. Schon nach drei Tagen meldete ich mich erneut bei unserem Wunsch-Kindergarten. Die Hartnäckigkeit machte sich bezahlt. Ein Platz im Kindergarten unseres Vertrauens wurde uns zugesagt. Am anderen Ende der Stadt. Aber das ist ein anderes Thema.

 

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