Berufe raten: Welchen Job wird mein Sohn einmal ausüben?

Hand aufs Herz! Wer tut es nicht? Oder hat es nicht einmal getan? Man beobachtet erste Charakterzüge oder Verhaltensweisen seines kleinen Kindes und leitet daraus eine mögliche Berufseignung ab. Ja, ich gebe es zu. Ich lasse mich von den kleinen Eigenheiten meines 21 Monate alten Sohnes gerne zur einer Berufsprognose verleiten. Oder schließe Berufsfelder völlig aus. Ganz subjektiv und noch ganz ohne professionellen Eignungstest. Fünf mögliche Traumjobs entdeckte ich in den letzten Monaten, aber auch fünf Berufssparten, die wohl kaum geeignet sein werden.

Berufe mit guten Aussichten:

  • Türsteher

Türen haben es meinem Sohn angetan. Konsequent schiebt er Besucher durch die offene Tür, um sie danach gleich wieder lachend zu schließen. Oder er schließt sie direkt vor der Nase zu. Nicht weniger erheiternd. Dieses Spiel kann mein Sohn ohne Ermüdungserscheinen fortsetzen.

  • Servicepersonal

Mein Sohn ist hilfsbereit. Und serviceorientiert. Deshalb ist er sich auch nicht zu schade, seine Mitbewohner zu unterstützen. Selbst wenn eine Flasche fast so groß ist, wie er selbst, hält ihn das nicht davon ab, sie von A nach B zu tragen. Oder er durchstöbert die Laden in der Küche nach einer Kaffeekapsel und trägt diese – auf Umwegen – in Richtung Kaffeemaschine. Leider (noch) nicht immer zum richtigen Zeitpunkt.

  • Parkwächter

Täglich pilgern mein Sohn und ich zur nahen Garageneinfahrt unserer Wohnhausanlage. Sämtliche ein- und ausfahrenden Autos werden mit ausgestrecktem Zeigefinger und lautstarker Untermalung dirigiert. Und mit einem kräftigen Winken verabschiedet. Aber wehe, ein Fahrzeuglenker wagt es, seinen Wagen auf der Straße zu parken. Dann versteht mein Sohn die Welt nicht mehr und seine Gesten werden immer vehementer. Ich warte nur darauf, bis der erste Fahrer dem Druck nicht standhält und mit seinem Auto die Flucht ergreift.

  • Müllmann

Mistkübel lösen eine große Faszination bei meinem Sohn aus. In den eigenen vier Wänden stürmt er vom anderen Ende der Wohnung bis zum Mülleimer. Alles, was er in den Fingern hat, muss dort auch hinein. Am Spielplatz beschäftigt er sich auch lieber mit dem Entsorgungseimer der städtischen Müllabfuhr. Statt zu schaukeln, rutschen und klettern.

  • Dieb

Nicht unbedingt mein Favorit und gesellschaftlich angesehen. Dennoch lassen sich die Tendenzen zum Berufsbild „Dieb“ kaum verbergen. Erspäht mein Sohn ein greifbares Ding in seiner Nähe, ist es binnen Sekunden in seinen Fingern. Und er auf der Flucht. Im Laufschritt entfernt er sich mit dem Diebesgut in den Händen. Das ich Tage später an Orten finde, die ich selbst noch nicht kannte.

In diesen Berufssparten sieht es eher schlecht aus:

  • Zahnarzt

Wer sich 17 Monate Zeit lässt, um den ersten Zahn zu bekommen, hat offensichtlich mit dieser Materie nicht viel am Hut. Noch dazu zeigt mein Sohn bei jedem Besuch einer Arztpraxis seine offensichtliche Abneigung hinsichtlich dieser Berufsgruppe.

  • Gärtner

Ich möchte meinem Sohn nicht seine Liebe zur Natur absprechen. Allerdings versprechen seine Handlungen nur wenig Berufsaussichten als Gärtner. Fleißig pflückt er ja Grashalme und Gänseblümchen. Nur bringt er sie dann umgehend zur nächsten Mülltonne. Unterbreche ich ihn nicht irgendwann, ist der Rasen kahl und der Mist voll.

  • Redner

Auch mit 21 Monaten lässt das erste Wort noch auf sich warten. Wozu auch? Es reichen sein scheinbar immer länger werdender Zeigefinger und seine Geräusche doch aus, um seinen Eltern seine Wünsche mitzuteilen. Behält er diesen Stil bei, werden später seine Vorträge kurz, verwirrend und nur für Insider verständlich. Aber dafür laut.

  • Schlafforscher

In dieser Berufssparte sieht es für eine erfolgreiche Karriere düster aus. Zumindest ein wenig Interesse an diesem Thema und vor allem Praxis sollte man ja mitbringen. Mein Sohn sieht das Schlafen allerdings nur als notwendiges Übel und als Unterbrechung seiner neugierigen Entdeckungsreise an.

  • Rennfahrer

Ein ganzer Fuhrpark steht mittlerweile im Zimmer meines Sohnes (fahr-)bereit. Doch statt auf der Wohnungsrennstrecke neue Bestzeiten zu jagen, löst das Fahrzeug selbst große Faszination aus. Jedes neue Spiel-Auto wird eindringlich von meinem Sohn zerlegt, untersucht und von mir wieder zusammengebaut. Erfüllt das Fortbewegungsmittel sämtliche Sicherheitsvorschriften, kurvt nicht er durch die engen Schikanen, sondern sein Teddy wird damit herum chauffiert

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