„Das müssen die Zähne sein“

Dieser Satz bestimmt die letzten Monate. Schön langsam gehen mir die Antworten auf die meist gut gemeinte Aussage „Das müssen die Zähne sein“ aus. Stattdessen ernte ich ungläubige Reaktionen, erkläre ich meinen mittlerweile 15 Monate alten Sohn als zahnlos.

Die Prognose

Gerade 8 Wochen war mein Sohn alt, als mir die Hebamme meines (damaligen) Vertrauens überzeugend erklärte, dass sie bereits erste Anzeichen des Zahnens entdeckte. Wohlwollend nahm ich ihre professionelle Meinung zur Erkenntnis. Lösungsorientiert fügte ich die 3-Monats-Koliken und das Zahnen als EINE Phase zusammen und rechnete fest damit, bereits nach ein paar Wochen aus dem Gröbsten heraus zu sein. Aber wie immer kam es wieder einmal anders, als ich dachte.

Die guten Dinge

Anfangs beruhigten mich die guten Dinge an der zahnlosen Zeit: Angeblich soll ein spätes Zahnen sogar gesünder für das Zahnfleisch sein, es herrscht kein Geschrei im Badezimmer beim unwilligen Zähneputzen und im Idealfall kommen die Zähne dann sogar in kurzen Abständen. Was wiederum weniger schlaflose Nächte für uns als Eltern bedeuten könnte. Vergleiche mit  gleichaltrigen Freunden meines Sohnes, die bereits ihr Essen zerbeißen statt zerlutschen, versuchten wir professionell zu vermeiden.

Status quo

Ein Jahr nach der mutigen Prognose der Hebamme fährt die Babyfaust meines Sohnes immer noch ins Leere. Dabei identifizierte ich in den letzten Monaten unzählige, treffsichere Vorboten eines ersten Zahns. Rote Backen, nicht nachvollziehbare Bauchschmerzen, unregelmäßige Fieberschübe, sabbernder Speichelüberfluss – vieles deutete oftmals auf diesen Meilenstein in der Baby-Entwicklung hin. Es ging sogar so weit, dass meine liebe Ehefrau und ich uns bereits auf eine unruhige Nacht einstellten und selbst kaum schliefen, weil die Anzeichen für einen ersten Zahn so eindeutig waren. Wie uns ja Literatur und Expertenrat im Freundeskreis bestätigten.

Abwarten

Noch jedes Kind hat irgendwann Zähne bekommen. Zumindest höre ich das als beruhigende Antwort nach meiner ratlosen Reaktion auf die „Das müssen die Zähne sein“-Aussage. Dass sich Eltern allerdings auch Sorgen machen, fällt eine Entwicklung anders aus, als gedacht, muss hier nicht extra erwähnt werden. Wir harren also weiter der Zähne. Und werden dennoch überrascht sein, bahnt sich der erste Beißer seinen Weg durch das Zahnfleisch.

 

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