Auf der Suche nach dem Schlaf-Konzept

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Die erste intensive Beschäftigung mit dem Thema „Schlafen“ begann schon lange vor Samuels Geburt. Wie wird unser Sohn schlafen bzw. was braucht er, damit auch wir gut schlafen? Intensive Recherchen und unzählige erfrischende Diskussionen mit dem Expertenrat langjähriger Erziehungsberechtigter im Freundeskreis führten uns zu folgendem Ergebnis: Samuel soll auf keinen Fall bei uns im Bett schlafen, er bekommt sein eigenes Babybay und mit einem Jahr wird er in sein eigenes Zimmer ziehen. Diese Eckpunkte standen aus diversen, guten Gründen für uns fest. Warum nur wachte ich dann in den letzten Tagen durch eine im Gesicht tätschelnde Baby-Hand oder unkoordinierte Baby-Tritte auf?

Auf dem richtigen Weg

Meine liebe Ehefrau und ich waren in den ersten Lebensschlafwochen unseres Sohnes verwöhnt. Tatsächlich pennte er ganz ruhig von kurz nach 23 Uhr bis 6 Uhr morgens. Stolz klopften wir uns auf die Schultern und bemitleidenden andere, übernächtigte Eltern. Mit seiner ersten „Phase“ im Alter von neun Wochen änderte sich alles. Samuel weigerte sich entschieden seinen Eltern und sich, die verdiente Nachtruhe zu gönnen. Nur mehr nächtliche Autofahrten schläferten ihn nachhaltig ein. Zumindest für ein paar Stunden. Nach fünf Wochen war dieser Spuk vorbei. Das Durchschlafen-Gen hatte Samuel allerdings verloren.

Die Suche nach dem Konzept

Eltern werden bei diesem Thema tatsächlich zu kreativen Verhaltensforschern. Wir konzeptionierten Schlafrituale tagsüber und abends, analysierten die Maßnahmen, evaluierten Erfolg und Misserfolg. Eine echte Gratwanderung. Powerten wir ihn beispielsweise an einem Abend mit dem Ergebnis aus, dass er schnell einschlief, führte das an einem anderen Abend zu einer durchzechten Nacht. Sorgten wir für ein beruhigendes Abendprogramm, rotierte er voller Energie in seinem Bett. Oder eben auch nicht. Jeder Tag und jeder Abend war einfach anders. Samuel gab seinen Eltern Rätsel auf.

Der IST-Zustand

Auch nach acht Monaten gleicht das Schlafprogramm einer Lotterie. Tagsüber ruht er sich in zwei Einheiten mit unterschiedlicher und für uns nicht nachvollziehbarer Länge aus, abends regiert das Zufallsprinzip. Zwar halten wir an einem Abendritual zur bestimmten Uhrzeit mit Baden, Umziehen, Verabschieden von seinen Spielsachen und dem Gute-Nacht-Flascherl fest, dennoch dauert es zwischen 30 und 90 Minuten, bis er endlich schläft. Im Stundentakt meldet sich Samuel in der ersten Schlafphase mit einem kurzen Aufschrei – eine Art „Nachtschreck“, wie ich gelernt habe – bevor er gegen 2 Uhr nachts Hunger bekommt und um 5 Uhr aufstehen möchte. Wechselt er allerdings um diese Zeit zu uns ins Bett, bekommen seine Eltern noch ein bis zwei Stunden Extra-Time, bevor der Babywecker endgültig schrillt.

Der Strohhalm

In der Theorie sieht vieles einfach aus. Das haben wir in neun Monaten Elternschaft gelernt. Wir werden sein Schlafverhalten weiter erforschen. Die Sehnsucht nach einer durchgeschlafenen Nacht treibt uns an. Außerdem klammer ich mich an dem bei mir einzigen hängengebliebenen Satz unser ersten Hebamme fest: „Im ersten Jahr soll man ein Baby nur verwöhnen, nicht erziehen“. Damit versuche ich zu rechtfertigen, warum Samuel nun doch phasenweise bei uns im Bett schläft. Und ich bemühe mich den einen Vorteil an seinem Schlafrhythmus zu sehen: Noch nie war ich über einen so langen Zeitraum so früh im Büro. Zwar deutlich unausgeschlafener als früher, aber eben anwesend.

Meine Schlafforschung ist auch Thema in der Wienerin!

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