7 kleine Lügen, die Eltern ihren Kindern gerne auftischen

Ich zähle zu dieser Generation, die mit Botschaften wie „Vom Fernsehen bekommst du rechteckige Augen“ oder „Wenn du nicht aufisst, regnet es morgen“ aufgewachsen ist. Natürlich wollte ich als Vater anders sein. Solche Lügen sollten mir auf keinen Fall über die Lippen kommen. Und dann ertappe ich mich bei anderen Sätzen, die mein zweijähriger Sohn von mir zu hören bekommt und der Wahrheit nicht immer sehr nahe kommen. Ich habe sieben kleine Lügen gesammelt, die wir unserem Sohn manchmal auftischen.

1) „Die Waschmaschine schläft jetzt.“

Die Waschmaschine ist ein beliebtes Spielgerät für meinen Sohn. So viele Knöpfe laden zum Drücken ein, das Ein- und Ausräumen seiner Spielsachen in die Trommel macht einfach zu viel Spaß. Damit die Waschmaschine ohne Störung ihre eigentliche Arbeit verrichten kann, muss ich ihr einen Schlafzustand andichten.

2) „Der Spielplatz hat jetzt leider zu“.

Egal, ob es regnet oder bereits stockdunkel draußen ist – der Spielplatz ums Eck ist stets ein begehrtes Ziel. Die einzige Ausrede, die (noch) zieht, um nicht doch gleich mit meinem Sohn losziehen zu müssen, ist dem Spielplatz Öffnungszeiten zu geben.

3) „Das schmeckt gar nicht gut“

Natürlich ist das, was nicht gut schmeckt, eine kulinarische, meist süße Köstlichkeit. Und im Normalfall kann ich mir diesen Satz auch sparen. Bei Schokolade und Kuchen kennt der kleine Mann keine Berührungsängste. Wäre es nur auch so bei Gemüse und Obst …

4) „Das Pferd hat nach dir gefragt“

Ist mein Sohn für ein wenig frische Luft nur schwer zu begeistern, kommt bei uns das Pferd ins Spiel. Nicht weit entfernt von unserer Wohnung liegt ein kleiner Reitstall. Vor allem sonntags versammeln sich dort am Gitter Väter mit Kinderwägen, um die Tiere zu beobachten. Nicht immer ist der kleine Mann für diesen Spaziergang zu gewinnen. Außer das Pferd hat dezidiert nach ihm gefragt.

5) „Die Zahnbürste hat dich gerufen“

Schlägt die Stunde der Schlafenszeit, erwacht in meinem Sohn der Meister des Zeitschindens. Die Aufforderung nach dem Zähneputzen ist dann natürlich der große Stimmungskiller. Außer die schrille Stimme der Zahnbürste hallt durchs Wohnzimmer und verlangt nach seiner Anwesenheit im Badezimmer.

6) „Der letzte Löffel“

Ertappt: Es ist NIE der letzte Löffel. Mindestens zwei weitere folgen noch, bis mein Sohn mit seinem Essen fertig sein darf. Diese letzten Löffel sind allerdings auch diese Portionen, die ohne Probleme und Aufstand den Mund des kleinen Mannes finden.

7) „Ich lüge ihn ja nie an“

Diesen (Lügen-)Ball spielen wir uns als Eltern gegenseitig zu. Verwendet einer die erwähnten Ausflüchte, erfährt er gleich eine Ermahnung, unser Kind doch nicht anzulügen. Und gibt reflexartig diese Antwort.

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