3 Jahre Papa: Wo ist die Zeit geblieben?

Pünktlich zum dritten Geburtstag meines Sohnes feiere ich meinen dritten Jahrestag als Papa. Samuel wächst und wächst, verfügt über scheinbar unendliche Energiereserven, deponiert nachhaltig seine Wünsche und macht keinen Hehl daraus, geht ihm etwas gegen den Strich. Ja, der kleine Mann führt bereits ein bewegtes Leben – auf der Überholspur! Unweigerlich stellt sich die Frage: „Wo ist die Zeit nur geblieben?“

Fortschritte

Täglich wächst sein Wortschatz. Überkommt ihn gar ein Redeschwall, verschluckt er zwar noch gerne einzelne Silben. Aber er lässt nicht locker, bis seine Eltern der ganzen Geschichte folgen können. Seine Schlagfertigkeit stellt er vor allem bei Ausreden gerne unter Beweis. Unendlich groß ist sein Bewegungsdrang. Dadurch erhielt ich endlich eine Antwort auf eine Frage, die mich jahrelang beschäftigte: Ich wunderte mich stets, warum kleine Kinder in diesen Sonntagnachmittagsfilmen immer laufen müssen und niemals gemütlich vor sich hinschlendern. Ich weiß es jetzt. Sie können nicht anders. Samuel legt auch jeden Weg im Sprint zurück. Gleichzeitig besteht seine Welt zum Großteil aus Klettergerüsten und Hüpfburgen. Ob Couch, Bett, Stufen oder Papa – immer und überall findet er eine Möglichkeit zu klettern oder zu springen. Und er wird scheinbar nie müde. Im Gegensatz zu seinem Papa.

Überraschungen

Überraschend unkompliziert verlief die Eingewöhnungsphase im Kindergarten. Weil diese so gut geklappt hatte, ließen wir gleich eine Zweite folgen. Diese war leider notwendig, weil wir übersiedelten. Die Eingewöhnung im neuen Kindergarten war schließlich unser Papa-Sohn-Projekt. Der kleine Mann meisterte die Herausforderung souverän. Ihm fiel die Trennung deutlich leichter als mir. Für mich war es allerdings auch die erste Eingewöhnungsphase – nur zu meiner Entschuldigung. Überrascht waren wir auch, als uns Samuel einen neuen Mitbewohner vorstellte: Nono, sein unsichtbarer Freund, nimmt seit einigen Monaten aktiv an unserem Familienleben teil, hält wenig von Regeln und testet gerne Grenzen aus.

Kein Ding ohne Ding

Doch kein Ding ohne Ding im Leben mit einem Dreijährigen. So schön und spannend die Entwicklungsschritte auch sind, werden diese doch immer wieder von „(Trotz-)Phasen“ gestört. Schwere „Fehler“, wie beispielsweise den Lego-Stein an eine andere Stelle zu setzen oder den Honig auf die falsche Seite des Brotes zu schmieren, können Stürme der Entrüstung auslösen. Ebenso auf der Hut sollte man sein, macht sich sein Schlafdefizit bemerkbar. Da können sich Freude und Wut ohne spürbaren Grund in der Sekunde abwechseln. Andere Herausforderung warten ebenso noch auf meine liebe Ehefrau und mich. Samuels Zimmer fehlt immer noch das Bett. Das steht nämlich in unserem Schlafzimmer und wird viel zu selten benutzt. Das Projekt „Windelfrei“ ist zwar nicht mehr nur in Planung, dennoch startet die Umsetzung nur langsam. Der Schnuller hingegen wehrt sich vehement gegen ein Ende seiner Ära.

Und wir Eltern?

Auch für uns als Eltern hat sich Einiges geändert. Nach knapp drei Jahren in Karenz war es nicht zu übersehen, wie sehr sich meine liebe Ehefrau wieder nach ihrem Job sehnte. Gleichzeitig merkte ich, dass meine Zeit mit meinem Sohn viel zu kurz kam. Nach langen Überlegungen, wie wir die Kinderbetreuung neben unserer Jobs gut organisieren können, entschieden wir, dass ich in Elternteilzeit gehe. Das bedeutet einen Schritt, den ich vor knapp zwei Jahren noch ausgeschlossen habe (Link). Ja, ein Kind ändert einfach alles im Leben. Und es ist gut so!

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