Zwei Jahre Papa – ein Rückblick

Auch in diesem Jahr fallen – rein zufällig – der Geburtstag meines Sohnes und mein zweiter Jahrestag als Papa auf einen Tag. Ein idealer Moment für einen weiteren Rückblick. Denn vor allem im letzten Halbjahr tat sich einiges. Samuel bekam seinen ersten Zahn, das torkelnde Gehen wurde zu einem schnellen Laufen und er versteht es mittlerweile seine Anliegen bei seinen Eltern an- und durchzubringen. Ja, der kleine Mann ist ein „Großer“ geworden. Viel zu schnell.

Gleichberechtigung

Der größte Meilenstein für mich als Papa war die Eltern-Gleichberechtigung. Kam ich monatelang nicht über die Rolle des Pausen-Clowns hinaus, macht Samuel nun kaum noch Unterschiede zwischen seinen Eltern. Auch ich darf ihn nun trösten, zu-Bett-bringen oder sein Essen zubereiten. Vermeintlich kleine Dinge, die aber von einem Papa-Greenhorn viel Geduld verlangen, funktionieren sie nicht so, wie gewünscht.

Kommunikation

Langsam lernte ich erst verstehen, dass mein Sohn mich versteht. Auch, weil bisher nur „Haben“, „Ja“, „Kacka“ und „Papa“ zu seinem Wortschatz zählen. Ja, „Papa“. Dass mich das unendlich stolz macht, brauchte ich zwar nicht extra zu erwähnen. Mache ich aber trotzdem! Mit anderen Worten geizt der kleine Mann allerdings. Was uns gleich einen Vermerk in den Mutter-Kind-Pass einbrachte. Pantomimisch entwickelt sich mein Sohn jedoch überdurchschnittlich gut. Mit seiner Mimik und seinen Gesten würde er jedes Pantomimen-Spiel gewinnen. Sein Talent nutzt er auch, um sich wild gestikulierend in den Tagesablauf seiner Eltern einzumischen. Nicht nur einmal wurde ein gut gemeinter Ausflug in die Natur zu einem Besuch des nahe gelegenen Spielplatzes abgeändert.

Herausforderungen

Essen zählt auch im Alter von zwei Jahren nicht zu seiner Passion. Egal, was wir ihm auch auftischen – er kostet und verweigert in den meisten Fällen. Daher führten wir die 15er-Regel ein – alles muss 15 Mal verkostet werden, bevor es abgelehnt werden darf – , die wir dann auf eine 11er-Regel reduzierten. In der Theorie. Denn tatsächlich verlangt jede lautstarke Ablehnung viel Geduld. Da können elf Versuche schon masochistische Züge haben. Und ja, über die Sache mit der Konsequenz in Erziehungsfragen lernten wir als Eltern auch einiges im letzten Jahr. Es gibt nun mal Momente, da klappt es einfach nicht so, wie wir es uns selbst wünschen. Oftmals einfach aus Übermüdung. Nach einer durchgeschlafenen Nacht sehnen wir uns immer noch.

Die nächsten Projekte

Die nächsten Meilensteine sind bereits in Planung. Anfang des Jahres soll mein Sohn endlich sein eigenes Zimmer beziehen. Bisher zögerte ich den Umzug heraus. Zu schwer vorstellbar war es für mich stets, meinen Sohn nicht mehr im gleichen Zimmer zu wissen. Im Frühjahr startet zudem seine Kindergartenkarriere. Noch legt mein Sohn großen Wert auf eine Rund-Um-Betreuung von seinen Eltern. Vorsichtig planen wir daher auch eine längere Eingewöhnungsphase im Kindergarten unseres Vertrauens ein. Und ich weiß aus sicherer Quelle, dass sich jemand in unserer Familie ein „Mama“ aus dem Mund meines Sohnes wünscht.

Und ich?

Nach zwei Jahren kann ich nicht mehr davon sprechen, dass ich „es schön langsam realisiere, Papa zu sein“. Ich bin es. Voll und ganz! Meine Tage sind lange und intensiv. Aber wunderschön. Nichts übertrifft den Moment, kommt mein Sohn mir zur Begrüßung entgegen gestürmt. Um gleich wieder zu verschwinden, damit er mir seinen heutigen Spielzeug-Favoriten vorstellen kann. Immer länger wird auch die Papa-Sohn-Liste. Das sind die Dinge, die nur wir beide zusammen machen. Und manchmal auf keine große Freude bei seiner Mama stoßen. Aber so ist das eben, wenn zwei Kindsköpfe unbeaufsichtigt sind …

 

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