Die 10 großen Erziehungsirrtümer

Irgendwann war dieser Punkt da. Gutes Zureden allein half nicht mehr. Mein dreijähriger Sohn tanzte mir zu gerne auf der Nase herum. Es brauchte – zumindest – eine Androhung von Konsequenzen. Zum Glück mangelt es ja nicht an Erziehungsratschlägen, die man im Laufe seines Lebens – ob man will oder nicht – sammelt. Also schritt ich zur Tat und übte fleißig. Leider entpuppten sich viele davon als Rohrkrepierer. Hier meine Liste der 10 großen Erziehungsirrtümer.

1) “Ich zähle bis 3!“

Und dann …? Ich habe es ausprobiert und meinen Sohn angezählt. Und er hat einfach weiter gezählt. Vielleicht war es auch der falsche Zeitpunkt. Zahlen stehen gerade im Fokus.

2) „Als ich so alt war wie du, durfte ich das nicht!“

„Wie alt bist du jetzt? Warte, 1, 2, 3, 4, … 100“? – Das sind Antworten, die ein Papa gerne hören möchte. Und es zeigt wieder: Dieses Ding mit den Zahlen ist im Moment schwierig bei uns. Wir driften zu schnell von der eigentlichen Botschaft ab.

3) „Wenn du nicht aufisst, regnet es morgen!“

Wie lange habe ich als Kind selbst geglaubt, ich kann das Wetter beeinflussen. Meinen dreijährigen Sohn lässt es beim Essen völlig kalt, ob es morgen stürmt und schneit.

4) „Wenn du rasch schlafen gehst, kommt der morgige Tag schneller!“

Schon im Alter von drei Jahren hat mein Sohn diesen Trick durchschaut. Steht etwas Spannendes am nächsten Tag am Programm, verschiebt das eher die Nachtruhe nach hinten. Es muss ja noch alles besprochen werden.

5) „Wenn du jetzt nicht kommst, gehe ich allein!“

Blöd, wenn dich dann zwei große Augen beobachten, ob du wirklich gehst. Und dabei ist ein Abgang unmöglich, weil du dein Kind nicht allein lassen kannst …

6) „Wenn du nicht sofort brav bist, gehen wir nachhause!“

Eine Alternative zu Punkt 5. Der Vorteil: Hier würden wir ja gemeinsam aufbrechen. Doch kein Ding ohne Ding: Meist ist mein Sohn nicht brav, weil er nicht bleiben möchte.

7) „Wenn andere von der Brücke springen, springst du doch auch nicht nach?“

Ich frage mich schon, warum dieser Spruch so lange Zeit „überlebt“ hat. Mein Sohn kann mit „von der Brücke springen“ überhaupt nichts anfangen. Es springt ja keiner seiner Freunde von der Brücke.

8) „Dann gibt es heute kein Essen!“

Finger weg von dieser Drohung. Damit können Eltern nur verlieren. Streicht man aus Erziehungsgründen das Abendessen, kann man sicher sein, dass die Nachtruhe nach hinten verschoben wird. Denn zur Schlafenszeit bittet dann ein supersüßes Kind mit bebender Stimme nach einer Kleinigkeit zu essen, weil es sonst mit einem „Loch im Bauch“ nicht schlafen kann …

9) „Andere Kinder wären froh, wenn sie …“

Dieser Satz funktioniert eigentlich mit jedem Thema. In der Theorie. Wahrscheinlich habe ich ihn deshalb so oft gehört in meiner Kindheit. Leider fruchtet diese Aussage nicht. Die anderen Kinder können dieses “ES” ja gerne haben. 

10) „Wir diskutieren das jetzt nicht!“

Es folgen als Antworten meist „Ja, aber …“ oder „Warum?“-Sätze. Und schon sind wir mitten in einer Diskussion.

2 Kommentare

  1. Haha, wie gut man diese Sätze doch kennt. Meine Eltern haben sie verwendet und ich ertappe mich ab und an auch dabei.
    Aber irgendetwas muss man ja wohl sagen um seinen Dampf mal eben auf ruhige Art abzulassen wenn es mal wieder nicht so läuft wie es soll.

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