Wir sind dann mal weg – Mission erfüllt

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Rund zwei Wochen nach dem gescheiterten Versuch wagten meine liebe Ehefrau und ich den nächsten Anlauf eines babyfreien Abends. Die Planung ähnelte sehr unserem erfolglosen Konzertbesuch. Wieder hatten wir einen Babysitter gefunden, wieder hatten wir die Tickets schon lange bestellt und auch dieses Mal glaubten wir fest an einen Abend der Zweisamkeit. Und wieder rebellierte Samuel in der Nacht davor!

Der Vorabend

An diesem Abend ließ meinen Sohn rein gar nichts zur Ruhe kommen. Zwei Spaziergänge mit dem Kinderwagen musste ich aus persönlichen Sicherheitsgründen unterbrechen. Zu lautstark protestierte der kleine Mann in die nächtliche Stille unseres Wohnumfelds. Erst die Autofahrt kurz vor Mitternacht in eine von mir erstmals erforschte Gegend beruhigte meinen Sohn endlich. Zum Glück führte mich das Navi wieder nachhause.

Der große Abend

Dementsprechend erschöpft und demotiviert erlebten meine liebe Ehefrau und ich den folgenden Tag X. Gebetsmühlenartig klärten wir uns gegenseitig über die Wichtigkeit eines Abends der Zweisamkeit auf. Da sich auch unser Babysitter, Samuel`s Tante, von den Verhaltensauffälligkeiten unseres Sohnes nicht abschrecken ließ, pünktlich und sogar in Verstärkung ihrer Töchter anrückte, rafften wir uns schließlich doch zu unserem Konzertbesuch auf.

Am Weg zur Veranstaltungshalle drehte sich unser Gesprächsthema natürlich um unseren Sohn – unterbrochen von heftigen Gähn-Attacken. Bis unsere Blicke schließlich nur noch ins Leere wanderten. Die Sehnsucht, einfach nur ein Hotelzimmer zu beziehen, um einfach ein paar Stunden in Ruhe zu schlafen, stand uns beiden ins Gesicht geschrieben. Wir waren einfach erschöpft, aber folgten tapfer unser Mission – einem Abend der Zweisamkeit!

Die Stimmung beim Konzert reanimierte uns. Wir tanzten, sangen textunsicher mit. Fühlten uns wie verliebte Teenager. Bis, ja bis, wir wieder diesen einen fatalen Fehler begingen. Wir blickten auf die Uhr. Ohne weitere Kommunikation verließen wir panikartig noch vor der 1. Zugabe das Konzert. Wir suchten ein Taxi, fanden keines. Wir sprinteten zur U-Bahn, schimpften über die „unendlich“ lange Öffi-Wartezeit von fünf Minuten abends in Wien. Im Laufschritt und außer Atem kehrten vier viereinhalb Stunden nach Verlassen wieder in unsere Wohnung zurück. Und Samuel? Er schlief vollkommen ruhig in den Armen seiner Cousine. Wieder einmal vermissten wir ihn offensichtlich mehr, als er uns.

Abend der Rekorde

Dennoch purzelten an diesem Abend unsere persönlichen Rekorde: Erst in der 6. Minute nach Verlassen der Wohnung telefonierte ich erstmals mit unserem Babysitter. Meine liebe Ehefrau blickte beim Konzert ein ganzes Lied lang nicht auf das Handy, ob es eine Nachricht unseres Babysitters gab. Und wir schraubten die bisherige zweistündige Rekord-Abwesenheit auf fabelhafte 4,5 Stunden hoch. Wir werden diesen Abend wiederholen. Auch wenn der „Santa Maria“-Ohrwurm, den uns der Interpret an diesem Konzertabend noch mit auf den Weg gab, langsam verklingt. Wer wohl diesen Künstler errät …?

Der große Abend war auch Thema in der WIENERIN

 

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4 Kommentare

      1. nein, wir haben es aber auch nicht probiert. irgendwie war nix so tolles in letzter zeit, dass den ganzen aufwand wert gewesen wär. auf ein festival wären wir gern gegangen, aber das ist ja nochmal ganz was anderes. nächsten sommer dann. vielleicht. 😉

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