Wir bekommen ein Baby!

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Positiver Test: Ab wann darf man sich darüber freuen?

„Du, ich glaube, wir bekommen ein Baby“, sagte meine liebe Ehefrau und zeigte auf den positiven Teststreifen. Strike! Geschafft! Am liebsten hätte ich ihn – wie Cristiano Ronaldo den EM-Pokal – triumphal in die Höhe gestreckt und mit der ganzen Welt meine Freude geteilt. Nur geküsst hätte ich ihn dann wohl doch lieber nicht …

Die verdammte 12. Woche

Ja, wir wünschten uns ein Kind. Dass es so schnell gehen könnte, gleichsam fünf Monate nach Projektstart, war nicht zu erwarten. Wir waren überrascht, voller Freude – und totaler Unsicherheit. In unseren Köpfen türmte sich ein Berg an Fragen auf, was nun zu tun wäre. Wir befanden uns mitten im Epizentrum eines emotionalen Bebens. Und das schon nach wenigen Minuten als Eltern. Dabei zählten wir uns doch immer zu den pragmatisch und überlegt handelnden, coolen Fast-Vierzigern. Ich nutzte die Zeit des nachdenklichen Schweigens über unser Selbstbild und befragte als stets lösungsorientierter Mann Dr. Google. Die unzähligen Seiten, Artikel, Postings – so hoffte ich – fasste ich in beruhigenden zwei Sätzen zusammen:  „Wir machen uns einmal einen Termin bei deiner Frauenärztin aus. Wir warten die 12. Woche ab.“ Doch auch meine liebe Ehefrau wusste mit dem Smartphone umzugehen.  Wenige Augenblicke später hatten wir den gleichen Wissensstand. Vor allem, dass jede 4. Schwangerschaft noch vor der 12. Schwangerschaftswoche endet und wir in unserem Alter sowieso einer Risikogruppe angehören, verunsicherte uns zusehends. Wir schlossen den Pakt, vorerst niemandem von der Schwangerschaft zu erzählen. Die Nachspielzeit eines Fußballspiels dauert länger, als unser Pakt hielt. Kurz setzte sich die Freude im permanenten Zweikampf gegen die Unsicherheit durch und mein Schwager war Mitglied im neuen Dreier-Pakt des Schweigens über unseren Nachwuchs.

Zeit der Unsicherheit

Die erste Untersuchung in der 6. SSW (= mein 1. Schwangerschaftsvokabel) ergab nur einen kleinen Schatten am Ultraschallbild. Zwei Wochen später durfte ich dabei sein, als wir erstmals einen Herzschlag unseres Babys mitbekamen! Am Ultraschallbild bei der leider eingeschobenen 3. Untersuchung in der 10.SSW konnte sogar ich schon eindeutig einen kleinen Menschen erkennen. In diesen Wochen wechselten sich Hoffnung, Freude, Unsicherheit regelmäßig ab. Jede körperliche Veränderung meiner lieben Ehefrau beobachteten wir genauestens, orteten Alarmsignale, wo es keine gab. Meine Aufgabe war es, Optimismus zu verbreiten, meine neue Familie als Vater zu beschützen. Meine erste Bewährungsprobe als werdender Vater.

Mit dem ersten Bruch unseres Pakts zählten wir einen zusätzlichen Verbündeten. Das tat uns gut, Freude und Sorge mit einem Außenstehenden zu teilen. Dadurch ließen wir uns hinreißen, unseren Pakt mehrmals zu lockern. Nicht immer hatte das einen positiven Effekt. Es kam mir vor, als ob jeder jemanden kenne, der wiederum jemanden kennt, der eine schlechte Erfahrung in diesen ersten 12 Schwangerschaftswochen gemacht hatte. Solche Geschichten schlagen bei werdenden Eltern voll ein, sind doch diese ersten Wochen von Unsicherheit geprägt.

Niemals die Freude verstecken

Ja, wir haben die ersten zwölf Wochen ohne größere Probleme überstanden. Wir erinnerten uns immer daran, positiv zu denken. Mit dem Wissen von heute rate ich allen werdenden Vätern: Schreit heraus, dass ihr Vater werdet. Freut euch, feiert mit euren Freunden die Vaterschaft – egal, welche SSW gerade aktuell ist. Aber klammert andere Geschichten über Schwangerschaften aus, denn die sind schon alle geschrieben – eure beginnt erst!

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