Wenn ein Pupser (keine) Erleichterung bringt …

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Im Vorfeld wurden wir als unerfahrene Jung-Eltern darauf aufmerksam gemacht: Gerade Buben haben mit Blähungen und Bauchschmerzen in den ersten drei Monaten ihres noch jungen Lebens hart zu kämpfen. Wir sollten uns darauf einstellen. Jo, eh …und wie? Schlaflose Nächte mit einem schreienden Alarm im Stundentakt wollten meine liebe Ehefrau und ich dann doch nicht trainieren. Dennoch waren wir so sensibilisiert, dass wir jede Stimmungsschwankung unseres Sohnes anfangs als Anzeichen der berüchtigten 3-Monats-Koliken hielten. Und klatschten nach jeder Pups-Tirade unseres Sohnes erleichtert ab.

Das Problem

Das größte Problem an den 3-Monats-Koliken für Eltern ist es, diese auch zu identifizieren. In Konkurrenz zu Bauchschmerzen stehen Hunger, Unruhe und Übermüdung nach reizintensiven Tagen – mit ähnlichen Symptomen. Die heikle Phase beginnt stets nach dem Abend-Snack gegen 18 Uhr. In diesen Stunden bis Mitternacht ist alles möglich. Ein gut aufgelegter, lachender Sohn, der gegen Mitternacht ins Babybay wandert und bis morgens durchschläft. Oder ein unruhiger Samuel, der seinem Stimmorgan unermüdlich neuen Tests unterzieht und die Alarmglocken seiner Eltern schrillen lässt. Helfen die für Ruhe sorgenden Fixstarter „Windelwechsel“ und „Essen“ nicht, bringen Pupser nicht die erhoffte Erleichterung, sondern krümmt sich Samuel und lässt sich nur schwer beruhigen, drohen Bauschmerzen die folgende Nacht zu bestimmen.

Hausaufgaben

Meine liebe Ehefrau und ich haben aus den schlaflosen Nächten gelernt. Mittlerweile versuchen wir den Bauchschmerzen vorzubeugen. Täglich gibt es für Samuel zum Frühstück Omni Biotic Panda und eine Bauchmassage mit Kümmelöl. Für den Akut-Fall sind wir mit SAB-Tropfen, Kümmelzäpfchen und Kirschkernkissen ausgerüstet. Wesentliche Verbesserung brachte eine Craniosacral-Behandlung: Mit einfachen Handgriffen löste die Expertin Verspannungen und erteilte gute Tipps. Ganze fünf Nächte hintereinander – das sind fünf Monate in Elternzeitrechnung – schlief Samuel ohne Beschwerden und Mucks. Aber eben nur diese fünf Nächte. Danach kehrten wir zur Gefühls-Lotterie der Abendgestaltung unseres Sohnes zurück und sehnten den nächsten Craniosacral-Termin herbei.

Ruhe bewahren

Ich selbst versuche bei seinen vokalen Stimmungserklärungen Ruhe zu bewahren. Und das fällt wahrlich schwer. Oft fühle ich mich so hilflos, während sich der kleine Körper meines Sohnes aufgeregt in meinen Armen krümmt. Ich rede mir ein, dass es (noch) sein Stil ist, mit mir zu kommunizieren und übersetze seine lautstarken Anweisungen so: „Papa, meine Windel wiegt schon zwei Kilo. Gib ES weg“ oder „Alter, mich drückt schon wieder einer“ oder „Heute könnte ich den ganzen Tag nur essen“. Sein letztes Problem kann zurzeit nur seine Mama lösen …

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