Impfen: ja oder nein?

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Die erste große, zukunftsweisende Entscheidung als Eltern für unseren Samuel stand bevor: Lassen wir unseren Sohn gegen Krankheiten impfen oder nicht. Wir suchten das Aufklärungsgespräch bei unserer Kinderärztin, begaben uns auf intensive Eigenrecherche und informierten uns im Bekanntenkreis. Ohne es zu wollen, waren meine liebe Ehefrau und ich mittendrin in der aktuellen, kontroversen Impfdebatte.

Unser Auftrag

Unser elterlicher Auftrag schien stets klar formuliert: In unserer Verantwortung als Eltern liegt es, alles Menschenmögliche zu tun, unseren Sohn vor einer schweren Krankheit zu schützen. Wir müssen Wege finden, potenzielle Gefahren zu minimieren. Dabei ist es auch zu ignorieren, ob wir Krankheiten mit ihren Symptomen vielleicht gar nicht mehr kennen, weil sie – glücklicherweise – schon zu selten vorkommen. Damit kommen Eltern eigentlich nicht um Impfungen für ihre Sprösslinge herum. So lautete unser Verständnis. Und landeten damit in einer überraschend emotionalen Diskussion zum Thema Impfen.

Die Diskussion

Ohne Rücksicht prallen bei diesem Thema zwei Philosophien aufeinander, ganz ohne toleranten Grauzone. Entweder sind Eltern entschieden gegen oder eben für das Impfen ihres Babys. Dabei thematisierten die Impf-Gegner weniger die Ausrottung gefährlicher Krankheiten, sondern vielmehr etwaige Verschwörungstheorien über die Pharma-Industrie, die angeblich jeglichen Profit der Gesundheit vorzieht und Statistiken über Impfschäden verschleiert. Als Papa, der im Grunde nur das Beste für sein Kind möchte, fühlte ich mich in einen intensiven, unangenehmen Rechtfertigungsmodus gedrängt. Selbst von Eltern, die ihre Kinder vor langer Zeit mit Impfungen vor Krankheiten schützen ließen. Dabei steht für mich, das Risiko einzugehen, zu erkranken, in keiner Relation zu etwaigen Verschwörungstheorien.

Die Schulmedizin

Ja, natürlich beschäftigen mich Geschichten über mögliche Impfschäden und Nebenwirkungen. Darüber klärte uns schließlich auch unsere Kinderärztin auf. Und nein, mein Vertrauen in die Schulmedizin ist nicht uneingeschränkt. Den Grund für das Ende meiner (Hobby-)Fußballkarriere schiebe ich noch heute auf eine vermeidbare Komplikation bei meiner Knieoperation. Andererseits wäre Samuel heute nicht gesund und munter, ohne schnellen Handeln der Ärzte bei seiner Geburt. Nicht nur deshalb habe ich großen Respekt vor den Medizinern und ihrer Kompetenz. Und ich bin dankbar, meinem Sohn eine medizinische Versorgung im 21. Jahrhundert anbieten zu können.

Das Beste für mein Baby

Ja, ich will – wie jeder Papa – das Beste für mein Kind. Ich wünsche mir, dass Samuel gesund und von schweren Krankheiten verschont bleibt. Meinen Beitrag dazu leiste ich, indem ich sein Risiko, schwer zu erkranken, minimiere. Daher sind für meine liebe Ehefrau und mich Impfungen für unser Kind unerlässlich. Klarerweise informierten wir uns mehrfach über die Notwendigkeit der angebotenen Impfungen und möglicher Folgen. Doch glaube ich fest daran, dass kein Arzt einen kleinen, unschuldigen Menschen mit einer Spritze quälen würde, wäre er nicht von der Wirkung des Impfstoffes überzeugt. Und Samuel hat seine erste Impfung tapfer überstanden. Ohne Fieber, ohne Unwohlsein, ganz ohne Konsequenzen. Was bleibt ist jedoch die Frage, wie meine liebe Ehefrau und ich als Eltern von Samuel mit Kindern in seiner Nähe umgehen sollen, die nicht geimpft sind. Ich weiß es nicht!

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2 Kommentare

  1. In die Diskussion Impfen oder nicht möchte ich mich gar nicht einbringen, vor allem, weil ihr ja schon die Entscheidung getroffen habt. Aber: Wenn euer Kind geimpft ist, was wollt ihr euch dann bezüglich ungeimpfter Kinder in seiner Nähe überlegen? Versteh ich jetzt nicht…
    lg Anne

    1. Hallo Anne,

      solange mein Sohn keinen kompletten Impfschutz hat, ist er natürlich gefährdet. Aber wie gesagt: Ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll. Mein Sohn soll sich ja seine Freunde „selbst“ aussuchen und nicht nach dem Impfpass gehen …

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