Geburtsvorbereitungskurs Teil 1

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Man muss einen Geburtsvorbereitungskurs nicht machen. Schon gar nicht, wenn Ähnliches mit einer Hebamme in mehreren Einheiten sowieso besprochen wird. Dennoch haben meine liebe Ehefrau und ich beschlossen, den angebotenen Kurs im für die Geburt vorgesehenen Krankenhaus zu besuchen. Vielleicht lag es auch an der Hebamme, die uns im forschen Ton am Telefon diesen Kurs sehr ans Herz gelegt hat. Und man sieht sich ja im Leben immer zweimal – und womöglich ist das dann im Kreißsaal.

Volles Haus

Der Andrang zur ersten von sechs Stunden hätte an diesem Abend nicht größer sein dürfen. 30 Personen, davon zwölf Männer,  nahmen in einem Turnsaal auf Matratzen Platz. Ich beobachtete die anderen werdenden Väter, wie sie mit ihren Blicken Luftschlösser bauten. Wäre es nach uns zwölf gegangen, hätte wir auch stundenlang so da sitzen können – einfach die Ruhe des Ungewissen, des Unbekannten genießend.  Als Spielverderberin entpuppte sich die Hebamme – die Leiterin dieses Kurses, die die besinnliche, männliche Ruhe störte. Schon ihr zweiter Satz, dass die werdenden Väter in dieser Runde sich kurz vorstellen dürften, aber danach zurückhalten sollten, erinnerte mich an mein schwieriges Verhältnis zu Hebammen.

 Die Theorie

Die erste Stunde widmete die Kursleiterin der idealen Geburt. Sehr anschaulich, aber durchwegs kompetent,  erklärte die Hebamme diesen Vorgang. Neid, diesen Part mit seiner Frau teilen zu wollen, kam bei keinem männlichen Kursteilnehmer auf. Stattdessen mussten gerade die erstgebärenden Teilnehmerinnen die Erklärung einer Wunsch-Geburt einmal verdauen. Die Kursleiterin forderte nach ihrem Vortrag auf, Fragen zum Geburtsvorgang zu stellen. Nur meinte sie wohl damit keine Männer. Natürlich fiel ich auf ihre Falle herein und stellte in die Stille des Saales eine Frage. In keinem der weiteren Kurse werde ich das wieder tun – das hat mich die Hebamme mit ihrer Antwort gelehrt. Ich bekam nämlich keine, sondern nur einen einschüchternden Hinweis, dass dieses Thema erst später behandelt werde. In meinem väterlichen Leichtsinn war ich doch tatsächlich der Meinung, dass meine Frage zum Thema „Wehen“ zur Geburt zähle …

Nach rund 50 Minuten war die erste Stunde des Geburtsvorbereitungskurses schon wieder Geschichte.  Meine liebe Ehefrau und ich werden wieder daran teilnehmen. Auch weil ich meine neu gewonnenen elf anderen Mitstreiter nicht im Stich lassen will. Und ich endlich herausfinden möchte, ob ich tatsächlich ein Hebammen-Problem habe.

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