Der richtige Kinderwagen

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Nach einigen  Wochen, in denen ich in der Schwangerschaft nur in Form von Geduld und Unterstützung in Erscheinung treten konnte, war nun wieder meine Kompetenz als werdender Vater gefragt. Der richtige Kinderwagen musste gefunden werden. Meine liebe Ehefrau legte das Projekt (fast) ganz in meine Hände, bestimmte nur die Parameter Sicherheit und (Leicht-)Gewicht. Ich fügte gedanklich noch Design und Sportlichkeit hinzu.

Wanted: Lexikon!

Die ersten Online-Recherchen  holten mich schnell auf den Boden der Kinderwagen-Tatsachen zurück: 3er Kombi, Babywanne, Isofix, Buggy ….WTF?? Ein Dolmetscher, ein Experte auf diesem Gebiet musste her, bevor meine liebe Ehefrau von meiner Konfusion Wind bekam.  Schnell hatte ich den Fachmann in Person eines langjährigen Freundes und Vater zweier Kleinkinder ausgemacht. Aber wie verpackt man dieses neue Themengebiet gut, nachdem man sich die letzten 25 Jahre bei Fußball-mit-Bier-Terminen zu knallharten Männergesprächen getroffen hat? Zum Glück gab es in diesem Sommer die Euro 2016. Ein Vorrundenspiel bot den idealen Rahmen  und 90 Minuten Zeit, um mir einige Vokabel zum Thema Kinderwagen übersetzen zu lassen – so viel in der Theorie. Das Spiel entwickelte sich doch spannender als gedacht und war schneller vorüber, als ich an mein Projekt denken konnte. Erst danach, als ich stolz mein neues Familienauto präsentierte, fiel mir ein, dass da ja noch was war.  Und das ist einfach das Schöne an Männergesprächen: In wenigen Minuten hat man das geklärt, was stundenlange Online-Recherchen oder Diskussionen mit der werdenden Mutter nicht schaffen.

Das Kinderwagen-Profil

Damit erneuerte ich mein Kinderwagen-Profil: 3er Kombi ist ideal, ein Teil muss allerdings zum Auto-Kindersitz passen, schnell und einfach sollte er zusammenlegbar sein, unter 15 kg, wendig, Luftreifen und über Stock und Stein sollte er rollen. Stolz präsentierte ich meine neuesten Erkenntnisse meiner lieben Ehefrau. Und ich fiel voll durch! Ich hatte den Sicherheitsaspekt, das Umkippen, immer noch nicht beachtet. Als Konsequenz (oder Sanktion?) gingen wir am nächsten Tag in ein Kinderwagengeschäft – gemeinsam! Unglaublich, wie viele verschiedene Modelle an Kinderwagen es allein in einem Geschäft gibt. Da standen wir nun beide wieder und waren heillos überfordert. Es half nur noch die Flucht und männliches, prozessorientiertes Handeln. Ich errechnete mit einer sehr kreativen Formel – bei einer täglichen Nutzung in den nächsten drei Jahren darf der Tagespreis nicht mehr als einen Euro betragen – eine Preisobergrenze , legte mich auf vier Favoriten fest. Zwei davon und ein Außenseiter schafften es schließlich in die Endrunde.

And the winner is …

Die endgültige Entscheidung fiel in einem großen Möbelhaus in Klagenfurt. Ganze drei Stunden nahm sich die Verkäuferin Zeit für uns. Wir testeten alle möglichen Marken, fuhren Rennen mit verschiedenen Kinderwägen durch das Kaufhaus. Schließlich setzte sich der Bugaboo Buffalo vor einem Modell von Maxi Cosi durch. Der Hartan-Kinderwagen scheiterte an seiner eigenen Farbe. Den starken Außenseiter – der Thule-Kinderwagen – beobachten wir  für das zweite Lebensjahr unseres Kindes, versprach mir meine liebe Ehefrau. Fazit: Jeder Auto-Kauf ist einfacher als der Erwerb eines Kinderwagens!

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