Baby-Beruhigungtaktiken – mein persönliches Ranking

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Tagsüber präsentiert sich mein Sohn ausgeglichen, umgänglich und freundlich. Abends hingegen kann auch er etwas launischer agieren. Helfen die Klassiker „Hunger-Stillen“, Windel-Check und die drei „Sch“ (Schnuller, Schaukeln, Sch-Laute, ) nicht aus, muss ein Vater verhaltenskreativ werden. Fünf Beruhigungstaktiken erforschte ich seiner ersten verhaltensoriginellen „Phase“ “ und greife im Fall der Fälle noch immer gerne auf diese zurück. Jeweils mit wechselndem Erfolg. Doch am Ende schläft zumindest einer von uns beiden wie ein Baby.

Die Autofahrt

Über Generationen von Eltern erprobt und Thema in sämtlichen Väter-Selbsthilfegruppen (das sind die früheren TV-Fußballabende mit Freunden) verspricht die nächtliche Autofahrt tatsächlich den durchschlagendsten Erfolg. Mein Stammhalter hat eben Benzin im Blut. Nur die Strecke bestimmt mein Sohn selbst. Mal berauscht ihn die Geschwindigkeit auf der Autobahn, mal beruhigt ihn das Zuckeln im Wiener Stadtverkehr. Die Erfolgsquote liegt (noch) bei 100 Prozent. Wenn man nur lange genug fährt. Ich selbst lerne so mein Wohnumfeld besser kennen, erforschte noch unbekannte Gebiete. Und verlasse mich auf das Navi, um wieder nachhause zu finden.

Der Wickeltisch

Die Überraschung in meinem persönlichen Ranking ist der Wickeltisch. Selbst in der größten Aufgebrachtheit beruhigt sich mein Sohn in Rekordzeit an dem Ort, wo er sonst mit seiner Windel seinen Eltern Tränen in die Augen treibt. Auch ohne, dass man ihm an die Wäsche geht. Selbst ein Lächeln entwischt ihm hin und wieder in dieser scheinbaren Wohlfühl-Atmosphäre. Der Nachteil ist jedoch, dass dort niemals Endstation für ihn ist, der Wickeltisch somit nur kurzfristige Entspannung bringt. Schlafen muss er ja im Bett.

Das Singen

Während meine Gesangskünste und Textsicherheit bei Liedern wie „Steh auf, wenn du ein Grüner bist“ oder „Hey hey Wickie, hey Wickie, hey“ enden, trällert meine liebe Ehefrau Songs, die selbst auf mich eine beruhigende Wirkung haben. Dabei trifft sie jeden Ton und in Rekordzeit mich der Schlaf. Mein Sohn braucht etwas länger, fixiert seine Mama dabei mit großen Augen, bis diese immer schwerer werden und sich – im besten Fall- sogar schließen. Bei meinen Gesangskünsten wirkt Samuel eher verwundert bis mitleidig.

Der Kinderwagen

Tagsüber benötigt mein Sohn nur wenige Minuten, bis er im Kinderwagen tief und fest schläft. Warum soll dieser Plan nicht auch nachts aufgehen? Mehrmals ging mein Vorhaben mit einer nächtlichen Kinderwagenausfahrt auf. Allerdings sorgten die Ausnahmen für unangenehme, nächtliche Lärmbelästigungen in der Stille der umgebenden Wohnhausanlagen. Fazit: Diese Beruhigungstaktik funktioniert nur, wenn mein Sohn will …

Das Fernsehen

Pädagogisch nicht wertvoll und wohl auch von keinem Kinderarzt empfohlen, zähle ich dennoch das Fernsehen – vorzugsweise Fußball-Übertragungen – zu meinen fünf favorisierten Beruhigungstaktiken. Selbst würde ich den Erfolg dieser Maßnahme niemals vor meiner lieben Ehefrau thematisieren oder gar zugeben, ernte ich stets einen strengen Bick, findet sie uns beide vor dem Fernsehgerät. Wahrscheinlich beruhigt diese Aktion auch mehr mich. Die Evaluierungsphase steht hier noch aus …

 

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