Alles für das Baby – die Baby-Börse

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Eigentlich stimmten meine liebe Ehefrau und ich überein: Massenversammlungen wie Messen, Expos, Flohmärkte, Ausverkäufe sind einfach nicht für uns gemacht. Gelernt und beschlossen hatten wir das, nachdem wir in unserem früh-schwangerschaftlichen Leichtsinn die Baby-Expo im Frühjahr in Wien besucht haben. So viele Kinderwägen, gelenkt von topmotivierten Schnäppchenjägerinnen, hatten wir vorher noch nicht gesehen. Ganze zwei Runden schafften wir durch die Massen in der Wiener Stadthalle – mit der Ausbeute eines Babynahrung-Katalogs und einer Skoda-Preisliste. Dafür stellten wir in Runde 2 einen neuen Streckenrekord für die Durchquerung der Wiener Stadthalle auf. Für mich war die Sache damit klar: Lieber verzichte ich auf Rabatte, bevor ich mich noch einmal dieser Massenhysterie aussetzte. Ein Mann, ein Wort – bis meine liebe Ehefrau von der Baby- und Kinderbörse in Klagenfurt hörte …

Keine Chance

Ein Baby-Flohmarkt mit 520 Ausstellern versprach unzählige Angebote – noch dazu in der Heimatstadt meiner lieben Ehefrau: Dagegen hast du als Mann kein Argument. Das spürte ich schon in der Vorbereitung, die ganz anders als noch im Mai in Wien verlief. Meine liebe Ehefrau erstellte schon Tage zuvor Listen mit Dingen, die wir noch brauchten. Am Vorabend bereitete sie für mich einen 60-Liter Rucksack, einen großen Ikea-Sack und eine Trinkflasche vor. Damit war klar, dass ich mich auf einen längeren Aufenthalt einzustellen hatte.  Die Erinnerung an unseren Pakt nach der Baby-Expo in Wien war erloschen. Das musste wohl wieder an der Schwangerschaftsdemenz liegen.

Tag X

Der Wecker läutete um 6:45 Uhr. Sicherheitshalber hinterfragte ich nur still und für mich, warum wir fast zwei Stunden vor Eröffnung der Kinderbörse Tagwache hatten, dauerte unser Anfahrtsweg nicht einmal 15 Minuten.  Zu fokussiert wirkte meine liebe Ehefrau an diesem Tag. Die Antwort erhielt ich vor Ort, als wir uns lange vor Start des Flohmarkts bei 9 Grad in die Schlange vor der Messehalle in Klagenfurt einreihten. Um Punkt 8:30 Uhr öffnete der Veranstalter die Türen und die Masse setzte sich bedrohlich in Bewegung. Die Jagd nach den besten Schnäppchen hatte begonnen. Und wir waren mittendrinnen statt einfach nur dabei. In solchen Momenten aktiviert sich zum Glück der männliche Überlebens-Modus: Ich bin zwar körperlich anwesend und sogar in der Lage, kurze, inhaltslose Antworten zu geben, geistig liege ich aber auf der Couch mit der Fernbedienung in der Hand und zappe mich ungestört durch das Sky-Sport-Abo. Dieses Verhalten hatte ich über die Jahre perfektioniert und rettete mich schon durch manch schwierige Situationen wie unlustige Feiern, langweilige Theaterstücke und die Twilight-Saga. An diesem Tag störte meine innere Ausgeglichenheit allerdings immer wieder irgendein Kinderwagen, der an meinem Knöchel hängenblieb oder mich bestimmt auf die Seite schob.

Nach einer Stunde und 54 Minuten war der Spuk vorbei, unser Kombi mit Rucksackladungen von Stramplern, einer Wippe, einem Reisebett und unzähligen Dingen, die ich erst identifizieren musste, voll geräumt. Und meine liebe Ehefrau strahlte glücklich.

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7 Kommentare

  1. 😉 und beim nächsten Babyflohmarkt – in ca. 2 Jahren – werdet ihr dann 2/3 eurer vollgepackten Tramperrucksäcke, die ja bereits etwas Staub angelegt haben und noch immer die gleichen ungebrauchten Inhalte seit der Baby-Expo 2016 in Wien und Kärnten besitzen, den werdenden Eltern von 2018 andrehen wollen…;-)

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